Wohnmobilreise Polen

Entdeckungen

Polen überrascht. Zwischen historischen Städten, endlosen Landschaften, stillen Seen und der rauen Ostseeküste entdecken wir ein Land, das Camper mit Gastfreundschaft, guten Preisen und viel Natur empfängt. Unsere Frühjahrsreise führt von Breslau über Krakau und die Masuren bis nach Danzig – und immer wieder zu unerwarteten Begegnungen.

Reiseroute Polen
Reiseroute Polen

Reisetipps Polen 
Polen erweist sich als abwechslungsreiches, gastfreundliches und zugleich preislich attraktives Reiseland. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff ist sehr gut, unterwegs finden sich überall Supermärkte und Tankstellen. Die WLAN-Abdeckung ist allerdings unterschiedlich. Auf vielen Campingplätzen gibt es weder kleine Läden noch Brötchenservice, weshalb es sich empfiehlt, unterwegs einzukaufen und Vorräte anzulegen. Auch Campingzubehör wie Toilettenchemie oder Spezialpapier ist auf den Plätzen kaum erhältlich. Für unterwegs sollte man zudem genügend Bargeld in der Landeswährung Złoty mitführen, da Kartenzahlung nicht überall möglich ist. Die Verständigung ist meist unkompliziert, da viele Polinnen und Polen Englisch sprechen. Eine Besonderheit fällt Campingreisenden schnell auf: Polnische Campingplätze tragen häufig eine fortlaufende Nummer – ein System, das aus der staatlichen Organisation früherer Zeiten stammt und bis heute erhalten geblieben ist.


Ein Reiseziel, das eine Menge Fragen aufwirft – genau das ist es, wonach wir uns in diesem Frühling sehnen. Als Abwechslung zu den klassischen Routen in den Süden beschliessen wir, ein für uns noch unbekanntes Gebiet zu erkunden: den westlichen Teil Polens. Ein Land, von dem man viel hört, über das aber letztlich kaum jemand etwas weiss. Wie sieht es mit Stromanschluss und WLAN auf den Campingplätzen aus? In welchem Zustand sind die Strassen und die Infrastruktur, wie ist der Verkehr? Und ist es einfach, mit einer Fremdwährung zu reisen? Zwischen Neugier und einem Hauch von Skepsis stossen wir auch auf die üblichen Vorurteile – ein Grund mehr, uns selbst ein Bild zu machen.

Mitte April rollen wir los, das Wohnmobil startklar, die Vorräte verstaut, die Route grob geplant. Die Anreise führt uns durch Tschechien, wo sich Autobahnen und gut ausgebaute Landstrassen abwechseln. Je weiter wir nach Norden kommen, desto weiter wird die Landschaft. Weite Felder, sattgrüne Wiesen, und dazwischen leuchtet der Raps in intensivem Gelb. Der Frühling zeigt sich von seiner besten Seite und begleitet uns wie ein freundlicher Reisegefährte.

Das erste Ziel: Wrocław, vielen noch als Breslau bekannt. Eine Stadt mit Geschichte, die für uns zugleich das Tor zu dieser Entdeckungsreise bildet. Das Navigationsgerät lotst uns zuverlässig durch Vororte und Quartierstrassen, bis sich plötzlich ein hohes Tor vor uns öffnet – fast wie der Auftakt zu einem neuen Kapitel. 

Der Campingplatz Wrocław liegt im Südwesten der Stadt, eingebettet in ein ruhiges Wohnquartier. Familiär geführt, gepflegt und überraschend charmant empfängt er uns mit einer wohltuenden Gelassenheit. Für rund 20 Franken pro Nacht finden wir hier nicht nur einen Stellplatz, sondern auch die erste Antwort auf viele Fragen: Polen fühlt sich vom ersten Moment an unkompliziert, herzlich und angenehm an. Und das Abenteuer? Das hat gerade erst begonnen. Die nächste positive Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Nur wenige Schritte vom Campingplatz entfernt befindet sich eine Tramhaltestelle. Das nutzen wir und stehen wenig später für umgerechnet gerade einmal einen Franken mitten in der Innenstadt von Wrocław. 

Schon beim ersten Rundgang wird klar: Diese Stadt versteht es zu begeistern. Die Altstadt präsentiert sich erstaunlich gepflegt und lebendig, sie ist nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe positiver Eindrücke, die uns auf dieser Reise noch erwarten werden. Gemütlich schlendern wir über den Rynek Wrocław, den grossen Ring der Stadt. Rund um den weitläufigen Platz reihen sich liebevoll restaurierte Bürgerhäuser aneinander. Dazwischen locken unzählige Restaurants, Cafés und kleine Boutiquen, während ein modernes Wasserspiel für eine frische, fast mediterrane Atmosphäre sorgt. 

Ein architektonischer Höhepunkt ist das eindrucksvolle Rathaus in Wrocław. Erstmals 1299 urkundlich erwähnt, wurde es über Jahrhunderte hinweg immer wieder erweitert und umgebaut. Besonders ins Auge fällt die Ostfassade mit ihrer astronomischen Uhr aus dem Jahr 1580; ein Detail, das man erst auf den zweiten Blick entdeckt, dann aber umso mehr bewundert. Ein Stück weiter östlich ragt die imposante St.-Nikolai-Kirche Wrocław in den Himmel. Ihre ungewöhnlichen Dachziegel schimmern in der Sonne und verleihen dem Bauwerk ein ganz eigenes, beinahe märchenhaftes Aussehen. Mit einem Augenzwinkern entdeckt man jedoch bald die wohl charmanteste Attraktion der Stadt: die berühmten Breslauer Zwerge. Überall in der Altstadt tauchen sie auf – kleine Bronzefiguren von etwa 30 Zentimetern Höhe, jede mit ihrer eigenen Persönlichkeit. Der erste Zwerg wurde in den 1980er-Jahren als stiller Protest gegen das damalige kommunistische Regime aufgestellt und entwickelte sich rasch zu einem Symbol der Stadt. Inzwischen ist ihre Zahl auf beeindruckende 974 angewachsen. Wer durch die Gassen streift, beginnt unweigerlich mit der vergnüglichen Suche nach immer neuen Exemplaren. 

Mitten durch die Stadt fliesst die Oder und verzweigt sich hier in mehrere Arme, die kleine Inseln bilden. Über die Sandbrücke Wrocław und die Dombrücke Wrocław gelangen wir auf diese grünen Oasen, ein Abstecher, der sich unbedingt lohnt. Auf den Inseln stehen zahlreiche historische Gebäude, allen voran der eindrucksvolle Breslauer Dom. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen. Kleine, liebevoll eingerichtete Cafés, Strassenmusiker und entspannt flanierende Menschen prägen das Bild. Die Atmosphäre ist heiter und unbeschwert, genau so, wie man sich einen Frühlingstag auf Reisen wünscht. Auf dem Rückweg gönnen wir uns einen Abstecher in die historische Markthalle Wrocław. Zwischen Marktständen voller regionaler Spezialitäten wird schnell klar: Dieser Ort ist ein Fest für Augen und Gaumen zugleich. 

Kraków / Krakau 
Für ein paar Tage verlassen wir die westliche Reiseroute und machen einen Abstecher Richtung Osten. Das Ziel ist Kraków – wohl die bekannteste Stadt Polens und eines der beliebtesten Reiseziele des Landes. 1978 schrieb sie Geschichte: Als erste Stadt Polens wurde sie in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Der komplette Reisebericht ist im Magazin WOHNMOBIL & CARAVAN Ausgabe 2/26 zu lesen.

Text und Fotos: Monika Mocka
aus dem Magazin: Wohnmobil und Caravan, Zeitschrift Nr. 2/2026

Artikel teilen

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln.

Notwendige Cookies werden immer geladen